Schurkenstaaten

Bei einem Gespräch in der Kaffeepause fragte mich eben ein Kollege, ob ich schon Urlaubspläne hätte. Für dieses Jahr ist mein Urlaub schon gelaufen, aber ich sagte ihm, dass ich darüber nachdenke, im nächsten Jahr einmal nach Kuba zu reisen.

„Nach KUBA???“, entgegnete er entrüstet. „Wie kann man freiwillig in ein Land reisen, in dem die Menschenrechte so mit Füßen getreten werden? Weißt Du eigentlich, dass die kubanische Regierung die spärlichen Telekommunikationseinrichtungen und das Internet des Landes flächendeckend überwacht? Dass Kuba Menschen ohne Gerichtsverhandlung in Gefängnissen oder Lagern festhält? Dass Kuba immer noch offiziell die Todesstrafe verhängt und Anfang 2003 auch in drei Fällen vollstreckt hat? In so ein menschenverachtendes Land würde ich doch nicht reisen! Sowas, DAS ist für mich ein Schurkenstaat“.

„Hmmm“, sagte ich nachdenklich, „Vielleicht hast Du ja schon ein bisschen Recht. Und wohin fahrt Ihr dieses Jahr?“.

„Wir fliegen in die USA!“

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Amazon? Oder doch Bücher riechen?

58529_web_R_B_by_wuestenfux_pixelio.deIch mag Buchläden. Schon als Kind und Jugendlicher war dies für mich eine andere Welt, in die ich gern eingetaucht bin. Zur Erläuterung muss ich vielleicht hinzufügen, dass meine Eltern den ersten Fernsehapparat ins Haus holten als ich bereits 14 Jahre alt war. Und so waren Bücher für mich das, was für andere heute die Serienhelden der Kindheit sind. Der Buchladen bei uns am Ort war für mich ein fester Anlaufpunkt, den ich mindestens einmal pro Woche besuchte. Der alte Buchhändler war sehr freundlich. Er wusste, dass ich gut mit den Büchern umging und so ließ er mich in Ruhe stöbern. Fragte mich jemand aus der Familie, was ich mir denn zum Geburtstag oder zu Weihnachten wünschte, so verwies ich ihn immer auf diesen Buchhändler: “Geht mal zu Herrn Ringe, der hat eine Liste!”. Und die hatte er wirklich. Wann immer ich mir ein Buch wünschte, für das das magere Taschengeld nicht ausreichte, holte er seine alte, abgestoßene Kladde aus der Ladentheke in der es eine Seite gab, auf der “Frank” stand. Dort notierte er meine Wünsche. Manchmal schrieb der alte Fuchs Continue reading